Exkursion der SPD-Kreistagsfraktion am Silberberg (FFH) in Hagen a. T. W.

 SPD/UWG-Gruppe beantragt zusätzliches Frauenhaus im Südkreis

Ausgangspunkt des Antrages für ein zusätzliches Frauenhaus im Landkreis Osnabrück war ein Gespräch zwischen den Mitarbeiterinnen des Trägervereins des Frauenhauses Osnabrück und den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion. Am Ende stand fest, es besteht dringend Handlungsbedarf. Sowohl die Zahlen aus dem aktuellen Arbeitsbericht des Autonomen Frauenhauses Osnabrück als auch die Schilderungen der beiden anwesenden Mitarbeiterinnen, Ulrike Pabst und Sabine Strotmann ließen keinen anderen Schluss zu, als dass in der Region Osnabrück ein Mangel an Plätzen für Frauen mit ihren Kindern, die häusliche Gewalt erfahren haben, besteht. „Die Zahl der abgewiesenen Frauen steigt stetig“, so Pabst und rechnet vor, dass laut Istanbuler Konvention in der Region 98 Betten fehlten. Die Istanbuler Konvention ist das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, sie trat bereits am 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft. Demnach werden pro 10.000 Einwohner 2,59 Betten (entspricht ein familyplace) empfohlen. Bei einer Einwohnerzahl von 170.000 in der Stadt Osnabrück und 360.000 im Landkreis Osnabrück müssten also rund 98 Betten für hilfesuchende Frauen bereitgestellt werden. Die Realität sieht anders aus: Das Frauenhaus in der Stadt hat 30 Plätze, das einzige im Landkreis Osnabrück, nämlich in Bersenbrück, hat 9 Plätze. Anne Christ-Schneider, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion, versprach, dass sie sich mit ihrem Arbeitskreis des Themas annehmen werde. Das Ergebnis ist nun ein Antrag für ein zusätzliches Frauenhaus im Südkreis. Noch während des Informationsaustausches im Kreishaus berichtete die ebenfalls anwesende Dienststellenleiterin des Polizeikommissariats Georgsmarienhütte, Frau Sinikka Hagen, über die Problematik aus ihrer Sicht, nämlich dann, wenn die Kapazität des Frauenhauses in Osnabrück erschöpft ist. „Nicht selten bringen wir die betroffenen Frauen in die Schutzhäuser. Schon der weite Weg nach Bersenbrück und zurück ist wertvolle Dienstzeit, die anderswo verloren geht.“ Die nächstgelegeneren Frauenhäuser danach befinden sich in Gütersloh und Dülmen in Nordrhein Westfalen. „Parallel zu unserem Antrag hat sich eine Initiative zur Gründung eines autonomen Frauenhauses zusammengefunden“, fügt Jutta Olbricht, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion aus Georgsmarienhütte hinzu. Dies zeige, die Gründung eines Frauenhauses sei mehr als überfällig.


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